Die kurze Antwort
Die Amex-Zahlen gelten für den deutschen Markt, die Revolut-Preise oben für Deutschland, Stand August 2026. Revolut berechnet seine Monatspreise nach Wohnsitzland: In Frankreich, Spanien, Italien, den Niederlanden oder Polen weichen sie ab, siehe die Länder-Tabelle im Revolut-Preise-Guide in Euro.
Hör auf, einen Sieger zu suchen
Die meisten “Amex vs Revolut”-Artikel wollen eine krönen. Das ist die falsche Frage, und sie zu verfolgen kostet dich Geld. Diese beiden Karten lösen verschiedene Probleme, und die Reisenden, die am meisten sparen, tragen beide. Im Folgenden steht, warum, damit du entscheiden kannst, ob du die bezahlte Seite überhaupt brauchst. Alle Zahlen unten wurden am 18. August 2026 auf americanexpress.com und revolut.com geprüft.
Wofür jede da ist
American Express ist eine Prämien-und-Vorteile-Maschine. Die Platinum (60 €/Monat, 720 €/Jahr) bringt Zugang zu über 1.550 Lounges, Hilton-Honors-Gold- und Marriott-Bonvoy-Gold-Elite-Status und 650 € Jahresguthaben; die Gold (20 €/Monat, 240 €/Jahr) sammelt dieselben Membership Rewards, 1 Punkt pro Euro, und bringt bis zu rund 430 € Mobilitäts- und Shoppingguthaben, aber keine Lounges. Die American Express Card (früher Green) kostet 60 € im Jahr und ab dem zweiten Jahr bei 9.000 € Umsatz nichts. Der Kompromiss: ein Kartenentgelt (außer der kostenlosen PAYBACK-Karte, die PAYBACK-Punkte sammelt), 2 % Auslandseinsatzentgelt auf jede Zahlung außerhalb der Eurozone, 4 % (mindestens 5 €) am Geldautomaten und Akzeptanzlücken: kleine Läden und Stände im Ausland nehmen oft nur Visa oder Mastercard.
Revolut ist ein Reibungs-Beseitiger. Du zahlst in 150+ Währungen zum Interbankenkurs, im kostenlosen Standard-Tarif bis 1.000 € im Monat ohne Aufschlag (darüber 1 % Fair-Use-Gebühr, am Wochenende 1 % Aufschlag), hältst mehrere Währungssalden, hebst 200 € oder 5 Mal im Monat gebührenfrei Bargeld ab (danach 2 %, mindestens 1 €) und sperrst Betrug mit Einmal-Virtuellkarten aus. Premium (8,99 €/Monat) und Metal (15,99 €/Monat) tauschen unbegrenzt ohne Wochenendaufschlag, heben die Bargeldgrenze auf 400 € bzw. 800 € und bringen Reiseversicherung, 1 GB bzw. 3 GB globale eSIM-Daten und ermäßigte Lounge-Pässe; nur Ultra (65 €/Monat) hat unbegrenzten Lounge-Zugang. Der Kompromiss: Revolut sammelt nur RevPoints (Standard 1 Punkt je 10 €, Metal 1 je 2 €), deutlich weniger als Membership Rewards, und als Debit-Produkt kann es nicht immer eine Kreditkarte ersetzen.
Amex vs Revolut: der direkte Vergleich
| American Express | Revolut | |
|---|---|---|
| Kernstärke | Punkte, Lounges, Hotelstatus | Auslandszahlung zum Interbankenkurs |
| Auslandseinsatzgebühr | 2 % auf jede Fremdwährungszahlung, alle Karten | Keine bis 1.000 €/Monat (Standard), unbegrenzt ab Premium; 1 % am Wochenende im Standard |
| Bargeld am Automaten | 4 %, mindestens 5 € | 200 € oder 5 Abhebungen/Monat gratis (Standard), 400 € (Premium), 800 € (Metal), danach 2 % |
| Prämien | Stark: 1 Membership-Rewards-Punkt pro € | RevPoints: 1 je 10 € (Standard), 1 je 4 € (Premium), 1 je 2 € (Metal) |
| Jahreskosten | PAYBACK 0 €, American Express Card 60 € (ab dem 2. Jahr bei 9.000 € Umsatz 0 €), Gold 240 €, Platinum 720 € | Standard 0 €, Plus 2,99 €/Monat, Premium 8,99 €/Monat, Metal 15,99 €/Monat, Ultra 65 €/Monat |
| Akzeptanz im Ausland | Lücken bei kleinen Händlern | Visa/Mastercard, nahezu überall |
| Lounge-/Hotelvorteile | ✅ Platinum: über 1.550 Lounges, Hilton/Marriott-Status | Ermäßigte Lounge-Pässe (Premium/Metal), unbegrenzt nur Ultra |
| Reiseversicherung | ✅ Gold (Familie) und Platinum (Komplettpaket) | ✅ ab Premium (Metal inkl. Mietwagen-Selbstbeteiligung, Wintersport) |
| Kreditkarte? | ✅ Ja (Charge Card) | ❌ Debit |
Stand August 2026, Quellen: americanexpress.com/de-de und revolut.com/de-DE.
Wo die Amex gewinnt
Bei großen, geplanten Ausgaben in Euro (Flüge, Hotels, passende Amex-Travel-Buchungen) summieren sich Punkte und Vorteile schnell. Ein Willkommensbonus von bis zu 85.000 Punkten (Platinum, über Freundschaftswerbung) oder 50.000 Punkten (Gold) kann einen Flug decken; Hotelstatus und Punkte können bei passenden Aktionen aus vier Nächten fünf machen; die Lounges können bei zweistelligen Flughafenbesuchen im Jahr die Gebühr aufwiegen. Dazu kommen echter Kreditkartenschutz und die 650 € (Platinum) bzw. bis zu rund 430 € (Gold) Jahresguthaben. Dieses Spiel spielt Revolut schlicht nicht.
Wo Revolut gewinnt
Bei Zahlungen in Fremdwährung ist Revolut unschlagbar: der Interbankenkurs, keine Auslandseinsatzgebühr, keine mentale Last. Bei 2.000 € Fremdwährungsumsatz kostet dich jede Amex 40 € (2 %), Revolut Standard bis zur 1.000-€-Grenze nichts und darüber 1 % (also 10 € für die zweiten 1.000 €). Dazu bargeldlastige Ziele: 200 € im Monat gratis am Automaten statt 4 % Amex-Gebühr, und Betrugskontrolle per Einmalkarten. Der Gratis-Tarif erledigt den teuren Teil für nichts. Das kann die Amex nicht, und in vielen kleinen Läden im Ausland wird sie nicht einmal akzeptiert.
Was hat sich 2026 geändert?
Ältere Vergleiche rechnen mit Zahlen, die nicht mehr stimmen: Die Amex Gold kostet seit dem Relaunch als Metallkarte 240 € statt 144 € im Jahr (kein Gratis-Jahr mehr), die Green Card wurde durch die American Express Card (60 €/Jahr oder gratis) ersetzt, und Revolut hat die Preise gesenkt: Premium 8,99 € statt 9,99 €, Metal 15,99 € statt 16,99 € im Monat, Plus 2,99 €. Das frühere Cashback-Programm gibt es nicht mehr, an seine Stelle sind RevPoints getreten, und Metal bringt keine kostenlosen Lounge-Besuche mehr, sondern ermäßigte Pässe.
Warum sich beide Karten ergänzen
Hier das Setup, ganz schlicht: Amex für die großen, punktebringenden Buchungen in Euro; Revolut für Alltag, Fremdwährung und Geldautomaten. Die Amex sammelt Punkte und Schutz, wo sie akzeptiert wird und es sich lohnt; Revolut deckt den echten Kurs überall sonst und springt in dem Moment ein, in dem ein Händler nur Visa oder Mastercard durchwinkt. Zwei Karten, null Überschneidung, maximaler Wert.
Willst du zum Start nur eine: Nimm heute den kostenlosen Revolut Standard-Tarif (er kostet nichts und tötet sofort die Auslandsgebühren bis 1.000 € im Monat) und füge dann die Amex-Stufe hinzu, die zu deinem Reisestil passt (Platinum vs Gold hilft bei der Wahl).
Häufig gestellte Fragen
Amex vs Revolut: was ist besser für Reisen?
Sie lösen verschiedene Probleme, die ehrliche Antwort ist also ‘beide’. American Express sammelt Punkte und Reise-Vorteile (Lounges, Hotelstatus, Guthaben), kostet aber Kartenentgelt (Gold 240 €, Platinum 720 € im Jahr), berechnet 2 % Auslandseinsatzentgelt auf Fremdwährung und wird nicht überall akzeptiert. Revolut zahlt in 150+ Währungen zum Interbankenkurs, im kostenlosen Standard-Tarif bis 1.000 € im Monat ohne Aufschlag, sammelt aber nur RevPoints (1 Punkt je 10 €). Leg große, punktebringende Buchungen in Euro auf die Amex; nutze Revolut für Fremdwährung, Alltag im Ausland und Bargeld.
Ist Revolut im Ausland günstiger als eine Amex?
Für Zahlungen in Fremdwährung ja. Revoluts Standard-Tarif tauscht Montag bis Freitag bis 1.000 € im Monat zum Interbankenkurs ohne Aufschlag (darüber 1 % Fair-Use-Gebühr, am Wochenende 1 %), Premium und Metal unbegrenzt, während jede deutsche Amex 2 % Auslandseinsatzentgelt aufschlägt und Bargeld am Automaten 4 % (mindestens 5 €) kostet. Bei 2.000 € Fremdwährungsumsatz sind das 40 € Unterschied. Aber die Punkte und Vorteile der Amex können das bei großen Buchungen überwiegen. Das günstigste Setup ist, jede für das zu nutzen, was sie am besten kann: Revolut für Devisen und Bargeld, Amex für Punkte und Schutz bei großen Käufen in Euro.
Kann Revolut eine Kreditkarte ersetzen?
Nicht ganz. Revolut ist ein Debit-Produkt, manche Hotels und Mietwagenschalter wollen also weiterhin eine echte Kreditkarte für die Kaution, und es baut keine Bonität auf. Behalte eine Kreditkarte (etwa eine Amex) für Kautionen und große Käufe und nutze Revolut als Arbeitstier für Alltag und Bargeld.
Muss ich für eine der beiden zahlen?
Nein. Revoluts Standard-Tarif ist kostenlos und nimmt sofort die Auslandseinsatzgebühren weg (bis 1.000 € Fremdwährung im Monat, 200 € oder 5 Abhebungen gebührenfrei). Auf Amex-Seite ist die PAYBACK American Express Karte dauerhaft kostenlos (sammelt PAYBACK-Punkte, keine Membership Rewards), und die American Express Card kostet 60 € im Jahr, ab dem zweiten Jahr bei 9.000 € Umsatz nichts. Du kannst also ein gratis Revolut plus eine kostenlose oder bezahlte Amex fahren, je nachdem, ob du Reise-Punkte und -Vorteile willst.
Fazit
Wähl keinen Sieger, wähl ein Team. Starte mit dem kostenlosen Revolut-Tarif, um Auslandsgebühren zu töten, und leg dann die Amex drauf, die zu deinem Reisestil passt: PAYBACK gratis, American Express Card für 60 € oder gratis, Gold für 240 €, Platinum für 720 €. Schließt du über einen der Links ab, unterstützt du VoyageHacks bei der Arbeit an diesen Guides.