Die ehrliche Wahrheit zuerst
Ich hatte den Antrag in einem Browser-Tab offen und den Taschenrechner im anderen – und war kurz davor, beide zu schließen. Eine hohe Jahresgebühr für eine einzige Kreditkarte klingt absurd. Genau das dachte ich, wie ich da am Küchentisch saß und den Kopf schüttelte. Ich habe mir die beste Amex Kreditkarte, die mir alle empfahlen, die Platinum, angeschaut – und sie wieder weggelegt. Zweimal.
Dann habe ich das getan, was ich zuerst hätte tun sollen: Ich habe nachgezählt, wie oft ich letztes Jahr wirklich am Flughafen stand. 13 Mal. Und plötzlich sah die Rechnung ganz anders aus – anders genug, dass ich mich heute noch ein bisschen ärgere, dass ich sie mir fast ausgeredet hätte.
Hier die schnelle Antwort, denn dafür bist du gekommen: Die beste Amex Kreditkarte ist die Platinum, wenn du oft genug fliegst, um ihre Guthaben aufzubrauchen – und eine Karte ohne Gebühr, wenn nicht. Das ist das ganze Urteil in einem Satz. Aber der Satz versteckt den spannenden Teil – den, in dem sich die Karte bezahlt machte, bevor ich überhaupt zum ersten Mal in einer Lounge duschen war, dank eines Vorteils, den ich völlig abgeschrieben hatte. Wenn du selten reist, lies ehrlich gar nicht weiter – scroll runter zur Payback Karte, die kostet nichts und ist die ehrlichere Wahl für dich. Alle anderen: bleib dran, denn die Zahl, die mich umstimmte, war nicht die Lounge-Zahl.
Der Vorteil, der die Karte bezahlte, bevor ich sie nutzte
Die Zahl, die mich umdrehte, waren nicht die Lounges. Es war der Willkommensbonus.
Wenn du die Platinum eröffnest, bekommst du einen großen Batzen Membership Rewards Punkte, nachdem du in den ersten Monaten einen Mindestumsatz erreicht hast. Diese Bedingung machte mich nervös – niemand sollte Dinge kaufen, die er nicht braucht, nur um Punkte zu jagen –, aber es passte zufällig in eine Phase, in der meine Frau und ich ohnehin eine Wohnung einrichteten und eine Reise buchten. Das Geld hätten wir so oder so ausgegeben. Die Punkte landeten also quasi gratis bei uns.
Ich habe sie geparkt, gewartet und später für einen Kurzstrecken-Hin-und-Rückflug eingelöst. Der Bonus deckte den Tarif fast komplett. Eine einzige Einlösung – und ein großes Stück dieser furchteinflößenden Jahresgebühr war schon neutralisiert, bevor ich auch nur eine Lounge betreten hatte.
Das ist der Haken, den niemand ehrlich benennt, also tue ich es: Der Willkommensbonus ist nur dann “gratis”, wenn du die Umsatzschwelle ohnehin erreicht hättest. Wenn du dich strecken müsstest, um sie zu schaffen, kippt die Rechnung schnell. Erreichst du sie natürlich, startet die beste Amex Kreditkarte aber im Plus. Womit wir bei dem Vorteil wären, für den die Leute die Karte eigentlich holen – und wo ich die meisten dieser 13 Flughafenstunden verbracht habe.
Warum es sich für mich gelohnt hat
Die Lounges. 13 Mal am Flughafen – das sind 13 Mal, in denen ich nicht überteuertes Wasser gekauft, sondern in Ruhe gegessen, gearbeitet und geduscht habe, bevor es losging. Zwei davon waren lange Layover, bei denen eine Dusche und ein ruhiger Schreibtisch aus einem miesen Abend einen produktiven machten. Allein das hat die Gebühr für mich gerechtfertigt, unabhängig vom Bonus.
Das Restaurantguthaben. Klingt nach Kleinkram, war es aber nicht. Als Familie zu Besuch war, lud ich alle ein und ein Teil lief übers Guthaben. Und mit meiner Frau in Wien haben wir uns gute Kaffeehäuser gegönnt – das Café Landtmann zum Beispiel. So ein Nachmittag, den man sich sonst zweimal überlegt, abbezahlt von einem Guthaben, das sich planmäßig erneuert, ob du es nutzt oder nicht.
Das Shopping-Guthaben. Damit haben meine Frau und ich uns gegenseitig Geschenke gemacht, die sonst nicht ins Budget gepasst hätten. Es hört auf, sich nach einer Karte anzufühlen, die nur nimmt, und beginnt, sich nach einer anzufühlen, die jeden Monat ein bisschen zurückgibt – wenn, und nur wenn, du daran denkst, es zu nutzen.
Punkte auf den Alltag. Über den Bonus hinaus sammelt die Karte weiter Membership Rewards Punkte auf ganz normale Einkäufe – Lebensmittel, den Wocheneinkauf, den langweiligen Kram. Das ist nicht glamourös, und die Alltags-Sammelrate macht dich nicht reich. Aber über ein Jahr wandern diese Punkte still in denselben Topf, in den auch der Willkommensbonus floss – und dieser Topf ist es, der später aus vier Hotelnächten fünf machte.
Hotelstatus und Punkte. Das war der Moment, in dem ich verstanden habe, wie das Spiel wirklich läuft – und es ist der Vorteil, dessen Verpassen ich am meisten bereut hätte. Bleib für den nächsten Abschnitt dran, denn es ist auch der Perk, den ich am häufigsten missverstanden sehe.
Wie aus vier Hotelnächten fünf wurden
Hier der Trick, ganz schlicht. Die Platinum verschafft dir gehobenen Status bei Hotelpartnern – Hilton Honors Gold und Marriott Bonvoy Gold, allein fürs Halten der Karte – und getrennt davon sitzt du auf einem Stapel Membership Rewards Punkte. Für sich genommen ist jedes davon nett. Kombiniert verstecken sie den eigentlichen Wert.
Ich hatte Hilton Honors Gold und gleichzeitig lief eine Punkteaktion mit Rabatt. Ich habe eine Reise so gebucht, dass aus vier bezahlten Nächten fünf wurden – die fünfte Nacht war praktisch geschenkt, gedeckt von Punkten, aufgefüllt durch genau dieses Alltags-Sammeln. Der Status verschaffte mir ein besseres Zimmer, als ich bezahlt hatte; die Punkte die Extranacht.
| Vorteil | Was er mich kostete | Was ich tatsächlich bekam |
|---|---|---|
| Willkommensbonus | Ein Umsatz, den ich ohnehin getätigt hätte | Fast einen Hin-und-Rückflug |
| Lounge-Zugang | Inklusive | 13 Besuche, 2 mit Dusche |
| Restaurantguthaben | Inklusive | Wiener Kaffeehäuser, Familienessen |
| Shopping-Guthaben | Inklusive | Geschenke, die das Budget sprengten |
| Hotelstatus + Punkte | Inklusive + Punkte | 4 bezahlte Nächte → 5 |
| Sixt-Mietwagenvorteil | Inklusive | Nichts – nie genutzt |
Funktioniert das immer? Nein. Aktionen kommen und gehen, Prämienverfügbarkeit verschwindet, und in manchen Monaten bleibt das Guthaben ungenutzt, weil das Leben dazwischenkam. Wer dir erzählt, dass jeder Vorteil jedes Mal aufgeht, verkauft, statt zu beraten. Und genau deshalb will ich dir den Perk zeigen, für den ich bezahlt und den ich nie angefasst habe.
Und jetzt ehrlich: was ich nie genutzt habe
Damit du mir glaubst – nicht alles war Gold. Den Mietwagen-Vorteil über Sixt habe ich kein einziges Mal verwendet. Nicht ein Mal. Er lag das ganze Jahr brach, ein Vorteil aus dem Prospekt, der für die Art, wie meine Frau und ich reisen, genau nichts tat.
Und noch ein ehrlicher Hinweis, den die Prospekte verschweigen: American Express wird nicht überall akzeptiert. In den USA ist es mühelos, und Hotels, Airlines und große Händler nehmen sie gern – aber viele kleine Läden, Marktstände und Restaurants im Ausland winken nur Visa und Mastercard durch. Ich reise nie nur mit der Amex; ich habe immer eine gebührenfreie Mastercard (eine Revolut-Karte ) in der anderen Tasche für genau diese Momente. Große, punktebringende Buchungen auf die Amex; den Rest erledigt die Zweitkarte.
Wenn jemand dir erzählt, jeder Perk sei ein Gewinn, rechne selbst nach. Zähl die Guthaben zusammen, die du im Jahr wirklich einlöst – den Flug aus dem Bonus, die Essen, die du ehrlich essen würdest, die Nächte, die du ehrlich buchen würdest – nicht die aus der Werbung. Wenn diese ehrliche Summe die Gebühr schlägt, ist die Platinum für dich gemacht. Wenn nicht, wärst du mit einer kleineren Karte glücklicher – und das sage ich, obwohl ich lieber hätte, dass du klickst.
Welche Karte schafft also diese Hürde für dich? Genau dafür sind die detaillierten Reviews weiter unten da.
Welche Amex passt zu dir? Der Überblick
Nicht jede:r braucht Premium. Die beste Amex Kreditkarte für dich ist nicht automatisch die teuerste – es ist die, deren Guthaben du tatsächlich leer machst. Hier die Übersicht auf einen Blick, darunter dann ein ausführliches Review zu jeder Karte.
- Lounge-Zugang weltweit
- Reise- & Restaurantguthaben
- Hotelstatus & Membership-Rewards-Punkte
- Punkte für Restaurants & Reisen
- Reiseguthaben
- Gute Einstiegsprämie
- Punkte sammeln, günstiger Einstieg
- Reise-Extras
- Flexibel einlösbar
- Keine Jahresgebühr
- Payback-Punkte sammeln
- Ehrlicher Einstieg ohne Premium
Detailliertes Review jeder Amex Karte
Ich habe alle vier gehalten oder ernsthaft durchleuchtet. Hier die ehrliche, in Ruhe erklärte Aufschlüsselung – für wen jede Karte wirklich gemacht ist, was du tatsächlich bekommst und der Haken, den ich einem Freund vor dem Bezahlen sagen würde. Willst du den Tiefgang zu einer Karte? Spring zur ausführlichen Platinum-Erfahrung , Gold-Erfahrung , Green-Erfahrung oder Payback-Erfahrung – oder kläre die große Frage in Amex Platinum vs Gold .
American Express Platinum — die Karte für Vielflieger
Urteil: die beste Amex Kreditkarte, wenn du auf zweistellige Flughafenbesuche im Jahr kommst. Für alle anderen eine teure Art, eine Metallkarte zu besitzen.
Die Platinum ist das Flaggschiff, und die Gebühr zeigt es: aktuell rund 55 €/Monat – etwa 720 € im Jahr in Deutschland. Das ist die Zahl, die Leute den Laptop zuklappen lässt, und fast hätte ich es auch getan. Dafür bekommst du den dichtesten Vorteilsstapel, den Amex verkauft:
- Lounge-Zugang, der Hauptgrund, warum die meisten sie holen: die American Express Global Lounge Collection – Centurion Lounges, Priority Pass und Partnernetzwerke weltweit. Genau das hat die Karte bei mir über die 13 Besuche bezahlt.
- Ein großer Membership-Rewards-Willkommensbonus nach einem Mindestumsatz in den ersten Monaten (der Perk, der bei mir fast einen Hin-und-Rückflug deckte).
- Jährliche Reise- und Statement-Guthaben – Reise-, Restaurant-, Shopping- und Entertainment-Guthaben, die zusammengezählt ein echtes Stück der Gebühr zurückholen, wenn du daran denkst, sie zu nutzen.
- Hotelstatus, ganz ohne eine Nacht zu bleiben: Hilton Honors Gold und Marriott Bonvoy Gold, plus Fine-Hotels-&-Resorts-Vorteile (Frühstück, Upgrades, Guthaben vor Ort) bei passenden Buchungen über Amex Travel.
- Sixt-Loyalty-Status und eine umfassende Reiseversicherung.
- Weltweiter Lounge-Zugang, der die Gebühr für Vielflieger wirklich bezahlt
- Großer Willkommensbonus – kann einen Flug decken
- Hotelstatus (Hilton + Marriott Gold) ohne eine Nacht
- Reise-, Restaurant- und Shopping-Guthaben summieren sich
- Starke Reiseversicherung und Einkaufsschutz
- Premium-Gebühr (~720 €/Jahr) ist echt und sofort fällig
- Guthaben zählen nur, wenn du sie aktiv aufbrauchst
- Manche Partner-Vorteile (Sixt) bringen dir evtl. nichts
- Akzeptanzlücken im Ausland – braucht eine Visa/MC als Backup
- Überdimensioniert, wenn du nur ein paar Mal im Jahr fliegst
Hol sie, wenn du oft am Flughafen bist, Lounges und Guthaben nutzt und Hotelstatus schätzt. Lass sie, wenn du das nicht ehrlich abhaken kannst – Gold oder die kostenlose Payback stellen dich dann besser.
American Express Gold — die Karte für Alltag und Restaurants
Urteil: der stille Preis-Leistungs-Sieger. Für die meisten, die keine Vielflieger sind, schlägt die Gold die Platinum, sobald man die Gebühr abzieht.
Die Gold liegt bei rund 144 € im Jahr, und Amex erlässt häufig das erste Jahr gratis – deine echten Kosten im ersten Jahr können also null sein, während du entscheidest. Sie tauscht die Lounges und den Hotelstatus der Platinum gegen eine deutlich leichtere Gebühr und starkes Alltags-Sammeln:
- Reichlich Membership Rewards Punkte auf Restaurants und Alltagsausgaben – die Kategorie, in der die meisten von uns wirklich leben.
- Ein Willkommensbonus (kleiner als bei der Platinum, aber das ist die Gebühr auch).
- Ein Reiseguthaben und Reise-Vorteile über Amex Travel.
- Dieselbe Membership-Rewards-Währung wie die Platinum – die Punkte fließen also weiter Richtung Flüge und den Hotelnacht-Trick.
Der ehrliche Haken: kein Lounge-Zugang, kein Hotelstatus. Wenn du die Platinum hauptsächlich dafür wolltest, ist die Gold kein Ersatz – sie ist eine andere Karte für einen anderen Reisetyp.
- Niedrige Gebühr, und Amex erlässt oft das erste Jahr
- Starke Punkte auf Restaurants und Alltag
- Sammelt dieselben Membership Rewards wie die Platinum
- Willkommensbonus und ein Reiseguthaben
- Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis für Nicht-Vielflieger
- Kein Lounge-Zugang
- Kein automatischer Hotelstatus
- Trotzdem eine Jahresgebühr (anders als die gratis Payback)
- Akzeptanzlücken im Ausland – braucht eine Zweitkarte
Hol sie, wenn du öfter essen gehst und im Alltag mehr ausgibst als du fliegst, und Punkte ohne Premium-Gebühr willst. Lass sie, wenn es dir vor allem um Lounges und Hotelstatus geht (dann Platinum) – oder wenn du gar keine Reise-Vorteile nutzt (dann Payback).
American Express Green — der günstige Einstieg in Membership Rewards
Urteil: die Karte dazwischen. Ein günstigerer Weg, Membership Rewards zu sammeln und einzulösen, ohne sich auf Gold- oder Platinum-Niveau festzulegen.
Die Green ist die Einstiegsstufe ins Membership-Rewards-Ökosystem: eine moderate Jahresgebühr, Punkte auf deine Ausgaben, eine flexible Einlösung und ein paar Reise-Extras – ohne die Premium-Verpflichtung der Karten darüber. Sieh sie als die “Ich will echte Membership Rewards Punkte, bin aber weder bei den Sammelraten der Gold noch bei der Gebühr der Platinum”-Option.
Der ehrliche Haken: Sie ist eine schmalere Karte. Weniger Highlight-Vorteile als die Gold, keine Lounges oder Hotelstatus, und trotzdem eine Gebühr, die die gratis Payback nicht hat. Für viele wird sie von beiden Seiten zerquetscht – von der Payback, wenn sie gratis wollen, von der Gold, wenn sie Punkte maximieren wollen. Verfügbarkeit und Konditionen ändern sich, prüfe also das aktuelle Angebot auf der Antragsseite, bevor du dich für sie entscheidest.
- Niedrigere Gebühr als Gold/Platinum
- Sammelt flexible Membership Rewards Punkte
- Ein paar Reise-Extras
- Sanfter Einstieg ins Amex-Ökosystem
- Weniger Vorteile als die Gold fürs Geld
- Keine Lounges oder Hotelstatus
- Trotzdem eine Gebühr (Payback ist gratis)
- Wird oft von Gold (für Vielausgeber) oder Payback (für Gebührenscheue) ausgestochen
American Express Payback Card — der kostenlose, ehrliche Startpunkt
Urteil: die Karte, die ich jemandem in die Hand drücken würde, der zweimal im Jahr reist und keine Gebühr rechtfertigen will. Null Kosten, null Druck.
Die Payback Card hat keine Jahresgebühr – 0 € – das macht sie zum wirklich risikofreien Einstieg bei American Express. Eine Unterscheidung verschweigen die Prospekte, ich nicht: Sie sammelt Payback-Punkte, keine Membership Rewards. Payback ist Deutschlands Alltags-Loyalitätsprogramm (Rewe, dm und Co.), die Prämien sind also praktisch statt reise-flexibel, und die Reise-Maschinerie der Platinum/Gold fehlt – keine Lounges, kein Hotelstatus, keine Reiseguthaben.
Das ist kein Vorwurf. Für eine:n Wenig-Reisende:n ist eine kostenlose Karte, die still Payback-Punkte auf normale Einkäufe sammelt, genau richtig – und sie lässt dich im Amex-Universum leben (Akzeptanz, App, Sicherheit), ohne zu zahlen, um herauszufinden, ob du eine Premium-Karte überhaupt nutzen würdest. Viele starten hier, beobachten ein Jahr lang ihre eigenen Reisegewohnheiten und entscheiden dann, ob sich eine Gold oder Platinum rechnet. Das ist die kluge Reihenfolge.
- Keine Jahresgebühr – wirklich kostenlos
- Sammelt Payback-Punkte auf Alltagseinkäufe
- Risikofreier Einstieg ins Amex-Ökosystem
- Keine Gebühr zu rechtfertigen, wenn du selten reist
- Payback-Punkte, keine flexiblen Membership Rewards
- Keine Lounges, kein Hotelstatus, keine Reiseguthaben
- Keine Karte für Punkte-Maximierer
- Akzeptanzlücken im Ausland – braucht eine Zweitkarte
Hol sie, wenn du gelegentlich reist, null Verpflichtung willst oder vor einer bezahlten Karte testest. Lass sie, wenn du Reise-Vorteile willst oder ernsthaft Membership Rewards aufbauen möchtest – das sind Gold oder Platinum.
Also, welche denn nun?
- Platinum – Vielflieger, die Lounges, Guthaben und Hotelstatus nutzen. Meine Wahl, aber nur wegen dieser 13 Flughafentage.
- Gold – der Preis-Leistungs-Sweetspot, wenn du öfter essen gehst und mehr ausgibst als du fliegst. Oft die klügste Karte der Reihe, sobald die Gebühr verrechnet ist.
- Green – der günstigere Einstieg in Membership Rewards, wenn dir das Sammeln der Gold oder die Gebühr der Platinum zu viel sind.
- Payback – kostenlos, ehrlich und die richtige Wahl, wenn du ein paar Mal im Jahr reist und keine Gebühr rechtfertigen willst.
Mehr Wege, das Reisen günstiger zu machen, findest du in unserem Flüge-Bereich und unserem Hotel-Bereich – das gleiche Denken aus Punkten und Status, das mir die fünfte Nacht eingebracht hat, gilt für beide. Und weil Amex im Ausland nicht überall genommen wird, kombiniere ich sie mit einer Revolut-Karte für gebührenfreies Zahlen dort, wo nur Visa und Mastercard akzeptiert werden.
Häufig gestellte Fragen
Lohnt sich die Amex Platinum wirklich?
Sie lohnt sich, wenn du oft fliegst und die Guthaben tatsächlich nutzt. Bei mir haben sich allein die Lounge-Besuche gerechnet, weil ich letztes Jahr 13 Mal am Flughafen war. Dazu kamen der Willkommensbonus, Restaurant- und Shopping-Guthaben und ein Hotelstatus, der aus vier gebuchten Nächten fünf gemacht hat. Wer selten reist, fährt mit einer günstigeren oder kostenlosen Karte besser – rechne ehrlich durch, bevor du die Gebühr zahlst.
Amex Platinum oder Gold – welche soll ich nehmen?
Nimm die Platinum, wenn du oft genug fliegst, um Lounge-Zugang, Hotelstatus und die Reiseguthaben aufzubrauchen. Nimm die Gold, wenn du mehr für Essen und Alltag ausgibst als für Flüge – sie sammelt starke Membership Rewards Punkte bei einem Bruchteil der Gebühr, bietet aber keine Lounges. Einfacher Test: Zähl deine Flughafenbesuche im letzten Jahr. Zweistellig spricht für Platinum, einstellig für Gold.
Lohnt sich die Amex Gold?
Für die richtige Person ja – sie ist wohl die Karte mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Jahresgebühr ist ein Bruchteil der Platinum (und Amex erlässt oft das erste Jahr), du sammelst starke Punkte auf Restaurants und Alltag, und es gibt meist ein Reiseguthaben plus Willkommensbonus. Der Haken: kein Lounge-Zugang und kein Hotelstatus. Wenn dir das egal ist, schlägt die Gold für die meisten Alltagsausgaben die Platinum klar.
Wie hoch ist die Jahresgebühr der Amex Platinum?
In Deutschland aktuell rund 55 €/Monat – also etwa 720 € im Jahr – und das ist ein echter Kostenblock. Die Gold liegt bei etwa 144 €/Jahr (oft das erste Jahr gratis), die Payback bei 0 €. Amex passt Gebühren und Guthaben regelmäßig an, prüfe also die aktuelle Zahl auf der Antragsseite und stelle ihr die Guthaben gegenüber, die du wirklich nutzen würdest.
Gibt es eine kostenlose American Express Karte ohne Jahresgebühr?
Ja – in Deutschland hat die American Express Payback Card keine Jahresgebühr. Der ehrliche Vorbehalt: Sie sammelt Payback-Punkte, keine Membership Rewards, und bietet keine der Lounges, Guthaben oder Hotelstatus der bezahlten Karten. Sie ist die richtige Wahl, wenn du nur ein paar Mal im Jahr reist oder das Amex-Ökosystem ohne finanzielles Risiko ausprobieren willst.
Was ist der größte Nachteil der Amex Platinum?
Die hohe Jahresgebühr – und dass einige Partner-Vorteile nur etwas bringen, wenn du sie wirklich nutzt. Den Mietwagen-Vorteil über Sixt habe ich kein einziges Mal verwendet. Ein leiserer Nachteil: American Express wird nicht überall akzeptiert, gerade kleinere Läden im Ausland, du brauchst also eine Visa oder Mastercard als Backup. Rechne ehrlich durch, welche Guthaben du im Jahr tatsächlich einlöst, bevor du die Gebühr zahlst.
Bekomme ich mit Amex-Hotelstatus wirklich Gratis-Nächte?
Indirekt ja. Durch den Hotelstatus und Membership Rewards Punkte habe ich eine Buchung so kombiniert, dass aus vier bezahlten Nächten fünf wurden – die fünfte Nacht war über die Punkteaktion quasi gratis. Das funktioniert nicht immer, aber bei Partnern wie Hilton (Honors Gold über die Platinum) lässt sich mit Status plus Punkterabatt richtig sparen.
Deckt der Willkommensbonus wirklich einen Flug?
Er kann es. Ich habe meinen Membership-Rewards-Willkommensbonus für einen Kurzstrecken-Hin-und-Rückflug eingelöst, und die Punkte haben den Tarif fast komplett gedeckt. Willkommensboni sind meist an einen Mindestumsatz in den ersten Monaten geknüpft – rechne also nur damit, wenn du diesen Umsatz ohnehin erreichst. Käufe, die du nicht brauchst, nur für den Bonus zu tätigen, zerstört den Vorteil sofort.
Welche American Express Karte ist die beste für Reisen?
Das hängt davon ab, wie oft du fliegst. Wer viel am Flughafen ist, fährt mit der Platinum am besten – Lounge-Zugang, Hotelstatus und Reiseguthaben haben bei mir allein die Gebühr wieder reingeholt. Gibst du mehr für Essen und Alltag als für Flüge aus, sammelt die Gold bei niedrigerer Gebühr mehr Punkte. Und wer nur ein paar Mal im Jahr reist, nimmt die kostenlose Payback-Karte ohne hohe Gebühr.
Wird American Express auf Reisen überall akzeptiert?
Nicht ganz. Die Akzeptanz ist top in den USA sowie bei Hotels, Airlines und größeren Händlern, aber kleine Läden, Marktstände und manche Restaurants im Ausland nehmen weiterhin nur Visa und Mastercard. Die Lösung ist einfach: Trag eine gebührenfreie Visa oder Mastercard (eine Revolut-Karte ist ideal) als Backup, leg große Buchungen für Punkte und Vorteile auf die Amex und lass die andere Karte den Alltag dort abdecken, wo Amex nicht genommen wird.
Warum ist Amex Travel teurer als die Direktbuchung?
Auf den ersten Blick wirkt der Preis im Amex-Travel-Portal manchmal höher – meist ist er es aber nicht, wenn man mitzählt, was dazugehört: zusätzliche Membership-Rewards-Punkte auf die Buchung plus Hotelvorteile wie kostenloses Frühstück, Zimmer-Upgrades und Guthaben vor Ort über Fine Hotels & Resorts und The Hotel Collection. Bei einem identischen Flug zahlst du eventuell ein paar Euro mehr für die Punkte; bei passenden Hotels überwiegen die Vorteile in der Regel den Unterschied. Vergleiche den Gesamtwert, nicht nur den reinen Preis.
Mein Fazit
Die Platinum ist keine Karte für alle – sie ist eine Karte für Menschen, die so reisen wie ich. Wenn du dich in den 13 Flughafenbesuchen wiedererkennst, im Willkommensbonus, der einen Flug ausgelöscht hat, in den Abenden mit Familie und in der fünften Hotelnacht, dann hol sie dir über meinen Link unten. Wenn dein Alltagskonsum dein Fliegen schlägt, ist die Gold der klügere Kauf. Und wenn du ein paar Mal im Jahr reist, nimm die kostenlose Payback – ehrlich.
So oder so: Wenn dir dieser Bericht geholfen hat und du über einen meiner Links abschließt, unterstützt du direkt mich und meine Frau bei den nächsten Reisen, über die ich hier schreibe. Danke dafür.